Soleleitung
Informationausstellung zur Soleleitung Bad Reichenhall - Rosenheim
Soleleitung
Im Jahr 1779 stieg, durch die Entdeckung der Carl – Theodor – Quelle in Reichenhall die Solemenge von sechzig auf zweihundertdreißig Minutenliter an. Man erwog bereits damals den Bau einer Soleleitung bis Rosenheim wegen der in der dortigen Umgebung reichlich vorhandenen Brennmaterialien (besonders Torf).
Vom bayrischen König Max – Josef beauftragt, baute Georg Reichenbach in den Jahren 1808 – 1810 die Soleleitung nach Rosenheim. Vom Klaushäusl bei Rottau kommend, führte die Soleleitung an den Hängen südlich über der Rottauer Straße nach Bergham. Vom Brunnhaus lief dann die Leitung über die Hochreserve nach Kraimoos und von dort in nordwestlicher Richtung weiter nach Mühltal, Ecking, Schlossberg und Rosenheim. Die in den frühen 19. Jahrhundert erbaute, 108 km lange Rohrleitung galt damals als eine Hochleistung der Technik. Zwischen Bergham und Mühltal musste die Leitung mehrere Hindernisse in Form tiefer Gräben überwinden. Die Steigleitungen bestanden aus Gusseisen, die übrigen Leitungen waren die sogenannten Deichen.
Gräben und Geländeeinschnitte wurden mittels Stegen oder Blähen (= senkrechter Soleanstieg) in gusseisernen Röhren überwunden. Die Blähe in Kraimoos bestand aus 100 gußeisernen Röhren. Holzrohre hätten dem Druck nicht standgehalten. Der größte Steg in Bernau, der Möglsteg, führte über den Möglgraben südlich von Westerham.
Entlang der Soleleitung von Reichenhall nach Rosenheim führte der Brunnweg. Dieser diente der ständigen Kontrolle und zugleich dem Unterhalt der Soleleitung. Zweimal wöchentlich wurde der gesamte Weg von dem jeweiligen Brunnwart abgegangen. Auf diese Art und Weise wurde auch die gesamte Brunnpost (salinenamtliche Schreiben und Geldverkehr) befördert. Den Brunnwärtern war aber durch einen Erlass u. a. streng verboten worden, private Sendungen zu befördern. Der Brunnweg durfte jedoch von der Öffentlichkeit benutzt werden und war als Spazierweg besonders beliebt. So bat der Verschönerungsverein Bernau mit einem Schreiben das Königliche Hauptsalzamt Rosenheim darum, dass man doch den Salinenweg zwischen Kraimoos und Bergham reparieren möge, da man von diesem Weg eine herrliche Aussicht genießt.

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