Kirchen in Bernau und Hittenkirchen
Kirchen in Bernau und Hittenkirchen
Kirchen in Bernau und Hittenkirchen
- Die Katholische Kirche St. Laurentius
Die Kirche ist dem Hl. Laurentius geweiht, einem römischen Märtyrer, der nach der Legende unter Kaiser Valerian im Jahre 258 n. Chr., auf glühendem Rost gemartert wurde. Bemerkenswert ist, dass alle Laurentiuskirchen Denkmäler ältesten christlichen Geistes sind und an solchen Orten oft Römerfunde gemacht wurden. Die älteste Urkunde der Kirche stammt aus dem Jahre 1408. Sie bildet zugleich das erste unmittelbare Zeugnis vom Bestehen des Gotteshauses. Die Kirche reicht jedoch ohne Zweifel in sehr viel frühere Zeiten zurück. So lässt der Umstand, dass Erzbischof Adalbert von Salzburg im Jahre 924 dem edlen Diakon Adalung den Zehent in Bernau (decimam ad Pernouva) überließ, auf das Vorhandensein einer Kirche schon im 10. Jahrhundert schließen. Das Laurentiuspatrozinium in Verbindung mit dem Alter der Siedlung dürfte auf einen Ursprung des Gotteshauses in spätrömischer Zeit hindeuten. Über das Aussehen und die Bauweise der früheren Kirchen fehlt jegliche Überlieferung. Schriftliche Überlieferungen über die Entstehung der 1926 abgebrochenen Kirche, fehlen, wobei der Turm der heutigen Kirche noch vom Vorgängerbau stammt.
Durch die Zunahme der Bevölkerung besonders seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche zu klein. Erweiterungs- und Neubaupläne wurden seit 1895 mehrmals angefertigt. Pfarrer Sittler gründete 1896 einen Kirchenbauverein, der offene Hände und Stifter fand. Durch den 1. Weltkrieg wurden alle Pläne zunichte gemacht. Die Gemeinde vergrößerte sich in der Zwischenzeit immer mehr. Als Domkapitular Dr. Gärtner in einer Vollversammlung des Kirchenbauvereins über die brennende Kirchenfrage 1925 sprach und 50.000 Reichsmark für den Neubau in Aussicht stellte, stimmten alle dem Neubau der Kirche unter Einbeziehung des alten Turmes zu. Architekt Franz Xaver Huf aus München, entwarf die Pläne und einheimische Handwerker und Zimmerermeister wurden mit den Arbeiten betraut. Am 11. Juli 1926 legte Domkapitular Dr. Gartmeier den Grundstein zum Neubau. Am 28. August konnte bereits das Richtfest gefeiert werden. Die neue Kirche wurde über der Alten erbaut. Man ließ einfach die alte Kirche stehen und benützte sie weiter, während rundherum die Mauern emporwuchsen. Am 27. Oktober 1926 fand der letzte Gottesdienst in der alten Kirche statt. Danach wurde sie abgebrochen. An sie erinnert nur noch ein Gedenkstein im Pflaster des Mittelganges mit der Inschrift: „Hier stand in der alten Kirche der Hochaltar, konsekriert und Firmung am 14.IX.1851 von Erzbischof Carl August v. Reisach“. Einen Monat später wurde die neue Kirche von Michael Kardinal Faulhaber unter Assistenz von einem Prälaten und elf Geistlichen aus der näheren Umgebung, feierlich eingeweiht.
Die Innenausstattung der neuen Kirche
In die heutige Kirche wurden bedeutende Stücke aus der Alten übernommen. Es sind dies der neugotische Hochaltar von 1891 mit der lebensgroßen Kreuzigungsgruppe und den Seitenstatuen St. Laurentius und Donatus, gefertigt von J. N. Petz 1849 und 1852. Auch die in ihrer neugotischen Bemalung schönen Chorfenster wurden wieder verwendet. Das Fenster rechts vom Hochaltar, mit dem Hl. Paulus, hatte der Besitzer der Neumühle, Julius Stephan, gestiftet. Die beiden Fenster, links vom Hochaltar, mit dem Hl. Petrus und St. Ludovicus, sind Stiftungen des Herzogs von Modena und seiner Gemahlin Erzherzogin Adelgunde, einer Tochter König Ludwig I. Die Fenster neben dem Marien- und Josefs-Altar sind Stiftungen von Creszentia und Joh. Nep. Wieser (1876), ehemals Besitzer des Gasthofs zum Alten Wirt. Der linke Seitenaltar zeigte sich in neugotischem Aufbau mit einer Madonna aus dem Jahre 1874. Der rechte Seitenaltar, mit gotisierendem Aufbau und einem Gemälde, das den Tod des Hl. Josef darstellte stammte aus dem Jahre 1927. In die Brüstung der Empore sind drei Gemälde eingefügt, die den Tod des Hl. Sebastian, das Martyrium des Hl. Laurentius und St. Martin darstellen. Die Bilder sind 1696 datiert, der Maler war Jacob Carnutsch. Unter der Empore an der Westwand sind zwei dreiteilige Hinterglasbilder (Triptychen) zu sehen. Sie zeigen die Geburt Christi mit Verkündigung an die Hirten und die drei Heiligen Könige sowie die Selige Irmengard als Beschützerin der Feldfrüchte. Die Seitenflügel stellen den Eintritt der Seligen Irmengard in das Kloster Frauenchiemsee dar und wie sie den Armen einen „Schuchsen“ spendet. An der nördlichen Seitenwand unter der Empore ist die Grabplatte (Epitaph) von Christian Seiser angebracht. Im Chor gibt es drei weitere Gemälde, darunter das ehemalige Altarbild von 1772. Es stellt die Kirchenpatrone St. Laurentius und St. Aegidius vor der in Wolken thronenden Muttergottes mit Kind dar. Die liturgische Bewegung, die bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurückreicht, und das 2. Vatikanische Konzil, führten, wie in den meisten Kirchen, im Jahre 1968 zu einer Umgestaltung des Altarraumes. Der neugotische Altar wurde entfernt. Der heute freistehende Altartisch, mit der jahrhundertealten Rotmarmorplatte, wird rückwärtig von der Kreuzigungsgruppe überragt, die aus der Vorgängerkirche stammt. Unter dem Kreuz fand ein in neuzeitlichem Stil gestalteter Tabernakel Platz. Die holzgeschnitzten Figuren der Kreuzigungsgruppe sowie die links und rechts vom Altar an der Wand auf einem Sockel stehenden Statuen, die Kirchenpatrone St. Laurentius und St. Donatus, wurden 1849 und 1952 von Joh. Nep. Petz geschaffen. Die beiden Seitenaltäre wurden schon 1960 umgestaltet. Über dem linken Seitenaltar thront heute eine Madonna aus der Zeit um 1620-1650. Der Rokoko-Tabernakel des Marienaltars entstand um 1770. Auf dem rechten Seitenaltar steht auf dem Altartisch ein Rokoko-Baldachin, darüber der Hl. Josef, eine Spätbarockfigur, die von der Kirche Heilig-Geist in München erworben wurde.
Im Zentrum des Chorbogens findet sich ein altes Schnitzwerk, das Gott Vater mit der Hl.-Geist-Taube darstellt. Die 14 Bilder des Kreuzwegs an den Seitenwänden der Kirche, wahrscheinlich um 1830 entstanden, wurden von einem niederbayrischen Dorf im Zuge der Kirchenrenovierung in den sechziger Jahren erworben. Hatte Pfarrer Sittler eine Generation lang den Gedanken an einen Neubau wachgehalten, so konnte Pfarrer Huber die neue Kirche schließlich bauen. Sein Nachfolger, Pfarrer Widholzer, päpstlicher Kämmerer verschönerte die Innenausstattung. Pfarrer Back, Geistlicher Rat, trug zur Umgestaltung und Innenausstattung der Kirche in ihrer jetzigen Form bei.
weitere Informationen über www.stlaurentius-bernau.de/Orgel/Jost/Jost.htm
- Die Katholische Kirche St. Bartholomäus in Hittenkirchen
Die Existenz der Kirche ist schon durch die Namensgebung des Ortes für eine sehr frühe Zeit belegt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1345, wonach die Kirchenpröbste das Gut Kumpfmühle für die Kirche Hittenkirchen kauften. Eine interessante Urkunde vom 17. 11. 1500 beinhaltet die Bestätigung des Chiemseebischofs über den von den Kardinälen der römischen Kirche gestifteten Ablass für die Filialkirche St. Bartholomäus in Hittenkirchen.
Zur Baugeschichte schreibt P. vom Bomhard, dass sich von dem steinernen Kirchenbau aus der Zeit um 1200 sich die Außenmauern des Langhauses erhalten haben. Ein um die Mitte des 15. Jahrhunderts nach Osten angebauter spätgotischer Chor ließ eine neue Kirche entstehen, die im Jahr 1454 durch Bischof Ulrich II. von Chiemsee eingeweiht wurde.
Im 16. Jahrhundert besaß die Kirche einen Hochaltar mit dem Titel St. Bartholomäus und auf der Evangelienseite einen Seitenaltar zu Ehren der beiden Johannes, dem Täufer und Evangelisten. Über dem Westgiebel erhob sich ein hölzerner Dachreiterturm mit Spitzhelm. Im Jahr 1653 errichteten der Bildhauer David Degler und der Maler Matthias Schöfflhuber einen neuen Hochaltar und 1667 wurde eine neue Kanzel eingebaut. 1702 wurde ein vom Boden aufgebauter Westturm durch das Aufsetzen einer Zwiebelhaube und Einbau eines Glockenstuhls vollendet. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist vermutlich ein zweiter Seitenaltar auf der Epistelseite errichtet worden. 1760 wurde die Kirche im Inneren barockisiert und mit Deckenfresken und hübscher Stuckatur versehen. 1762 wurden zwei neue Seitenaltäre aus Stuckmarmor aufgesetzt. 1821 wurde ein neues Chor- und Kirchengestühl eingebaut und 1840 erhielt die Kirche einen neuen Kreuzweg mit Gemälden. 1847 wurde als erste Orgel eine alte Chororgel aus dem Kloster Reisach angeschafft, für welche eine zweite Empore eingebaut wurde. 1851 wurde die baufällige Zwiebelkuppel durch einen Spitzhelm ersetzt und 1858 ein neuer Hochaltar errichtet, wobei vom alten Altar nur das Altarblatt übernommen wurde.
Als man die Kirche 1870 renovierte wurden leider die Fresken zerstört. Man schaffte damals auch eine neue Orgel an, und erweiterte die obere Empore auf die Kirchenbreite; auch eine neue Kanzel wurde eingebaut. 1906 hat man den Hochaltar im Stil des 17. Jahrhunderts umgestaltet; Hierbei wurden die Seitenfiguren des Altars von 1653 wieder aufgestellt. 1953 hat man die Kirche nach denkmalspflegerischen Gesichtspunkten von Grund auf saniert. Auf dem Hochaltar wurde der erhaltene Oberteil von 1653 aufgesetzt und die Kanzel von 1871 und der Kreuzweg von 1840 beseitigt. Die Deckengemälde im Chor, darstellend die Heilige Dreifaltigkeit und der Tod des heiligen Franz Xaver, schuf der Priener Kunstmaler Bartholomäus Wappmannsberger. Die Friedhofsmauer ist mittelalterlich, und die in einen Quader an der Südostecke eingehauene Jahreszahl 1667 besagt, dass damals die Friedhofsmauer neu aufgemauert wurde. Bedeutsam im Friedhof von Hittenkirchen ist das Grab der bekannte deutschen Schauspielerin Elisabeth Flickenschild, die viele Jahre in Hittenkirchen lebte, einen Bauernhof mit Pferdezucht betrieb und auf eigenen Wunsch hier begraben wurde. Ihr Grabstein hat die Form einer Flamme.
- Die Evangelische Kirche in Bernau
Der Wunsch nach einer eigenen Kirche führte zur Gründung des Evangelischen Vereins Bernau e. V. im Jahre 1923. Zusammen mit einem ebensolchen Verein in Prien trug er 1927 zunächst zum Bau der dortigen Christuskirche bei.
Seit 1945 hat sich in Bernau am Chiemsee die Zahl der Gemeindemitglieder durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und später auch von Ruheständlern, die ihren Lebensabend in der schönen Gegend verbringen wollen, verzehnfacht.
1953 wurde der Verein, der den Krieg über geruht hatte, wiederbelebt, um nun den Bau einer eigenen Kirche in Bernau am Chiemsee voranzutreiben. Besonders bemühten sich darum Herr Direktor Schmid, Frau Geheimrat Zeitlmann und Frau Floss, die als Lektor, Organisatorin und Kantorin zur Durchführung regelmäßiger Gottesdienste beigetragen hatten.
Der Traunsteiner Architekt Friedrich von Kotzebue erstellte den Entwurf. Unter seiner Leitung wurde von ortsansässigen Firmen der Bau ausgeführt.
Am 3.6.1956 konnte er die Kirche unter reger Teilnahme der Bernauer Bevölkerung und der Geistlichkeit beider Konfessionen feierlich eingeweiht werden. Mit ihrem Zeltdach und dem freien Glockenstuhl fügt sich die Kirche gut in das Ortsbild und die Landschaft ein. Den Innenraum schmücken ein Altarmosaik und farbige Glasfester zum Psalm 23 „Vom guten Hirten“. Beide wurden von Markus von Gosen aus Prien entworfen.

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